Beziehungsangst ist ein vielschichtiges Problem, dessen Wurzeln oftmals bereits in der Kindheit liegen. Wer als Kind beispielsweise von den Eltern eine überfordernde oder gar ablehnende Haltung erfahren hat, tut sich als Erwachsener äußerst schwer, Nähe und emotionale Bindung zuzulassen. Ging bereits die Mutter auf kühle Distanz, formt das die Persönlichkeit eines Kindes entscheidend. Oft resultiert die Beziehungsangst eines Menschen auch daraus, dass die Ehe der Eltern unglücklich war. Wird im Elternhaus viel gestritten, ziehen sich Kinder unbewusst in sich selbst zurück und haben in späteren Jahren Probleme, eine enge Bindung einzugehen. Oftmals führt auch der frühe Verlust eines Elternteils zu späteren Beziehungsängsten. Erfahren Kinder bereits den frühen Schmerz der Trauer, halten sich diese Verlustängste nicht selten über viele Jahre hinweg. Beziehungsängstliche Menschen schützen sich selbst davor, noch einmal eine solche Erfahrung machen zu müssen. Die Lösung sehen sie darin, erst gar keine Nähe mehr zuzulassen.
Typische Verhaltensweisen von Menschen mit Beziehungsangst
Menschen, die unter Beziehungsängsten leiden, reagieren immer in bestimmten Verhaltensmustern. Sie haben, wie es das Wort bereits ausdrückt, einfach Angst davor, eine dauerhafte Beziehung einzugehen. Zu viel Nähe engt sie ein. Zudem verknüpfen sie eine enge Beziehung mit übergroßer Verantwortung. Sie geben sich sehr eigenständig und reden sich selbst ständig ein, auch alleine glücklich werden zu können. Immer wieder finden beziehungsängstliche Menschen die passenden Argumente, warum sie noch immer als Singles durchs Leben ziehen und bisher keine Beziehung lange gehalten hat. Einmal ist es der Traumpartner, der einfach nie auftaucht, ein anderes Mal ist es die Überzeugung, dass es diesen Traumpartner niemals geben wird. Eine große Rolle spielt zudem die Angst, dass eine Beziehung unweigerlich die persönliche Freiheit beenden oder zumindest stark einschränken würde. Welche fadenscheinigen Gründe Menschen mit Beziehungsängsten auch immer parat haben, letztendlich handelt es sich um reine Schutzbehauptungen. Gehen Menschen mit Beziehungsängsten dennoch eine Bindung ein, dauert diese Bindung nie lange an. Sie machen es ihrem Gegenüber schwer, wo sie es nur können. Die Partner beziehungsängstlicher Menschen fühlen sich nicht selten verletzt und ungerecht behandelt. Dieses Gefühl täuscht schon nicht einmal. Beziehungsängstliche Menschen versuchen – wenn auch nicht unbedingt bewusst – nach kurzer Zeit die Trennung herbeizuführen. Nicht selten stoßen sie ihren Partner mit ihrem irrationalem Verhalten förmlich vor den Kopf. Begann auch alles scheinbar locker und glücklich, vielleicht bei der Partnersuche über Parship, so können beziehungsängstliche Menschen schnell ein Ende des glücklichen Miteinanders herbeiführen. Sie distanzieren sich immer mehr, neigen dazu, ihr Gegenüber zu überfordern, brechen unnötige Streitereien vom Zaun, provozieren oder drohen völlig überraschend mit Trennung. Für den Partner sind all diese Verhaltensweisen nicht nachvollziehbar.
Beziehungsangst erfolgreich bekämpfen
Die Betroffenen selbst können nicht sehr viel gegen ihre Beziehungsängste tun. Haben sie ihr Problem erkannt, was bereits ein sehr wichtiger Schritt ist, so sollten sie sich therapeutische Hilfe suchen. Befindet sich ein beziehungsängstlicher Mensch allerdings gerade in einer Partnerschaft, so kann dieser Partner, vorausgesetzt er ist einfühlsam und verständnisvoll genug, dem geliebten Menschen die größte Hilfe sein. Schließlich sind beziehungsängstliche Menschen nicht beziehungsunfähig. Haben sie das Gefühl, ihre Freiräume behalten zu können und nicht eingeengt zu werden, ist der Anfang gemacht. Beziehungsängstliche Menschen fühlen sich oft bereits durch harmlose Zukunftspläne zu sehr eingeschränkt. Wer also einen beziehungsängstlichen Partner hat, sollte nicht gleich von Heirat reden. Grundsätzlich ist nichts dagegen einzuwenden, eine Partnerschaft ein wenig langsamer anzugehen und ruhig einmal einen Gang zurückzuschalten. Wer meint, sein Herzblatt fürs Leben gefunden zu haben, vielleicht bei einer seriösen Partnervermittlung, der sollte sein Glück festhalten und nicht gleich aufgeben. Vor jede glückliche Beziehung können sich einmal dunkle Wolken schieben. Letztendlich wünschen sich selbst beziehungsängstliche Menschen eine harmonische Partnerschaft und sind keineswegs hoffnungslose Fälle.
