und der University of Vermont ergab, dass Schwule und Lesben harmonischere Partnerschaften führen als verheiratete heterosexuelle Paare.
Dreijährige Studie an gleichgeschlechtlichen und heterosexuellen Paaren
Dr. Esther Rothblum und ihre Forscherkollegen haben in einer 3-jährigen Studie Paare verglichen, die gleichgeschlechtliche - vom Staat (Bundesstaat Vermont) legalisierte - Lebensgemeinschaften führten, ebenso gleichgeschlechtliche Paare ohne legalisierter Lebensgemeinschaft und heterosexuelle miteinander verheiratete Paare. Vermont war Mitte des Jahres 2000 der erste US-Bundesstaat, der gleichgeschlechtlichen Paaren ermöglichte, sich zu legalisieren - sie also mit denselben Rechten ausstattete wie heterosexuelle verheiratete Paare. Diese Studie erlaubte nun den Forschern, die verschieden gelagerten Partnerschaften auf längere Zeit zu beobachten und zu vergleichen.
Qualitätvollere gleichgeschlechtliche Beziehungen
Die im wissenschaftlichen Magazin "Developmental Psychology" erschienene Studie zeigte u.a., dass gleichgeschlechtliche Paare eine höhere Beziehungsqualität, mehr Intimität und einen niedrigeren Konfliktlevel aufwiesen als heterosexuelle Ehepaare.
Sie seien auch reifer, rücksichtsvoller und freundlicher zueinander. Sie streiten sich mit mehr Humor und liebevoller, nehmen nicht alles sofort persönlich und kontrollieren sich weniger gegenseitig.
Schwule und lesbische Pärchen waren zudem auch bezüglich Beziehung und Verhalten zu ihrer unmittelbaren Umwelt, der Arbeitswelt und ihrer Familie nicht von heterosexuellen Ehepaaren unterscheidbar. Die Wahrscheinlichkeit allerdings, dass nicht legalisierte homosexuelle Paare sich eher trennten als gleichgeschlechtliche Paare in legalisierten Lebensgemeinschaften und heterosexuelle verheiratete Paare, war ein wenig größer. Dies mag aber laut Dr. Rothblum nicht unbedingt am legalen Status als vielmehr an den Unterschieden liegen, die sich bei den Paaren bemerkbar machen, wenn sie eine Zeitlang zusammen sind. Unter den gleichgeschlechtlichen Paaren gab es jedoch in punkto Zufriedenheit keine bedeutenden Unterschiede, egal, ob das Paar seine Lebensgemeinschaft legalisieren hatte lassen oder nicht.
Mars & Mars, Venus & Venus: Weniger Barrieren
Die Gründe, wieso gleichgeschlechtliche Paare allgemein zufriedener in ihrer Partnerschaft sind, können natürlich verschiedenster Art sein, meint Dr. Rothblum. Wenn aber zwei Männer oder zwei Frauen ein Paar bilden, haben sie weniger Barrieren in ihrer Beziehung zu überwinden, die sich aus ihrer geschlechtsspezifischen Erziehung automatisch ergeben. Beide sind sozusagen vom "Mars" oder von der "Venus", haben also weniger Erklärungsbedarf gegeneinander in grundsätzlichen Dingen. Sie haben nicht die großen Hürden zu bewältigen wie Mann und Frau in Fragen der Kindererziehung, emotioneller Unterstützung und die Art und Weise, wie sie Konflikte sehen und bewältigen.
Text: M.R.
Quellen :
- "Three-Year Follow-Up of Same-Sex Couples Who Had Civil Unions in Vermont, Same-Sex Couples Not in Civil Unions, and Heterosexual Married Couples" (Development Psychology, 2008, Vol. 44, No. 1, 102-116)
- San Diego University: News Release: "Committed Same-Sex Couples More Satisfied With Their Partners than Married Heterosexual Couples"
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