Demografischer Wandel: weniger Geburten, ältere Eltern, längeres Leben

Deutschland wird älter: Jede zweite Person ist heute über 45, jede fünfte über 66 Jahre alt. Gleichzeitig bekommen Paare im Schnitt später und etwas weniger Kinder, leben dafür aber länger als je zuvor. Das Statistische Bundesamt bündelt die Zahlen zum demografischen Wandel - wir schauen, was sie für Familien und Partnerschaften bedeuten.

Mehrere Generationen einer Familie zusammen
Demografischer Wandel in Deutschland - Symbolbild: © weyo - stock.adobe.com

Der Wandel ist längst da

Die sinkende Zahl jüngerer und die steigende Zahl älterer Menschen verschieben den demografischen Rahmen in Deutschland deutlich. Etwas abgemildert wird das nur durch Zuwanderung und einen Geburtenanstieg im letzten Jahrzehnt: Zwischen 2013 und 2022 kamen rund 767.000 Kinder mehr zur Welt als im Jahrzehnt zuvor (+11,3 Prozent). Ein Geburtendefizit bleibt trotzdem bestehen.

Zuletzt überwog das Defizit wieder klar: 2025 wurden nach vorläufigen Zahlen nur noch rund 654.300 Kinder geboren - 3,4 Prozent weniger als im Vorjahr und der niedrigste Stand seit 1946. Es war das vierte Jahr mit sinkenden Geburtenzahlen in Folge. Die Bevölkerung schrumpfte dadurch leicht von 83,6 auf rund 83,5 Millionen.

Weniger Kinder, aber der Rückgang bremst

Ein Blick auf die zusammengefasste Geburtenziffer relativiert das Bild: Sie sank von 1,41 Kindern je Frau (2012) auf 1,35 (2024) - der Rückgang fiel 2024 mit minus 2 Prozent allerdings deutlich schwächer aus als 2022 (minus 8 Prozent) und 2023 (minus 7 Prozent). Zuvor war die Ziffer zwischen 2011 und 2016 dank besserer Rahmenbedingungen für Familien sogar von 1,39 auf 1,60 gestiegen.

Mütter waren 2024 bei einer Geburt im Schnitt 31,8 Jahre alt, Väter 34,7 Jahre. Seit 2021 ist dieses Alter stabil - davor stieg es jahrzehntelang an: Seit 1991 wurden Mütter im Schnitt 3,9 Jahre älter, Väter 3,8 Jahre. Wer heute eine Familie gründet, tut das also deutlich später als die eigenen Eltern oder Großeltern. Auch die Kinderlosigkeit hat zugenommen: Zwischen den Geburtsjahrgängen 1937 und 1966 stieg die endgültige Kinderlosenquote von 11 auf 21 Prozent und stabilisierte sich danach bei rund 20 Prozent.

Dafür leben wir länger

Nach der Sterbetafel 2022/2024 beträgt die Lebenserwartung neugeborener Jungen 78,5 und die der Mädchen 83,2 Jahre - mehr als doppelt so viel wie zu Beginn der Aufzeichnungen Ende des 19. Jahrhunderts. Auch im Alter bleibt mehr Zeit: 65-jährige Frauen haben heute im Schnitt noch 20,9 Lebensjahre vor sich, Männer 17,7. Für Paare heißt das: Viele teilen heute deutlich mehr gemeinsame Jahre als frühere Generationen.

Tipp

Länger zusammen heißt auch: länger an der Beziehung arbeiten. Wie Liebe über viele Jahre lebendig bleibt, lest ihr in Verliebt nach vielen Ehejahren.

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis), Themenseite „Demografischer Wandel“ sowie Pressemitteilungen zu Geburtenzahlen 2024/2025 und Sterbetafel 2022/2024 (Stand u. a. Juli 2025 bis März 2026).

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Im Redaktionsteam von Beziehungskram.de stecken ganz unterschiedliche Menschen - manche verheiratet, manche in einer Partnerschaft, manche Single. Jeder bringt seine eigene Erfahrung in die Artikel ein.

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