Scheidungen und Eheschließungen 2025: Weniger Hochzeiten als je zuvor
Kathrin Knittel 3 Min. Lesezeit
Rund 130.100 Ehen wurden 2025 in Deutschland geschieden - etwas mehr als im Vorjahr. Gleichzeitig sank die Zahl der Eheschließungen auf den niedrigsten Stand seit 1950. Das Statistische Bundesamt hat die Zahlen Ende Juni 2026 veröffentlicht.
Im Vergleich zu 2024 stieg die Zahl der Scheidungen um 0,6 Prozent oder 716 Fälle. Auf 1.000 Einwohner kamen damit 1,56 geschiedene Ehen - im Vorjahr waren es 1,54. Der langfristige Trend zeigt allerdings nach unten: Gegenüber dem Höchststand 2003 gab es 39,2 Prozent weniger Scheidungen. 2023 war der bisher niedrigste Stand erreicht worden, seitdem steigen die Zahlen wieder leicht an.
So wenige Hochzeiten wie nie seit 1950
348.800 Paare gaben sich 2025 das Ja-Wort - 403 weniger als im Vorjahr und 8,9 Prozent weniger als 2003. Damit wurde der niedrigste Wert seit Beginn der Statistik im Jahr 1950 erreicht. Von den geschlossenen Ehen waren 339.900 zwischen Mann und Frau und 8.900 zwischen gleichgeschlechtlichen Partnern. Wer den Schritt trotzdem wagt, findet bei uns jede Menge Anregungen rund um die Hochzeit - von der Planung bis zu den Flitterwochen.
Über 113.000 Kinder betroffen
Bei gut der Hälfte aller Scheidungen (51,7 Prozent) waren minderjährige Kinder im Spiel - insgesamt rund 113.400 Kinder. Auffällig: Der Anteil der Scheidungsfamilien mit zwei oder mehr Kindern steigt seit Jahren. 2025 hatten 47,6 Prozent der betroffenen Paare ein Kind, 40,5 Prozent zwei und 11,9 Prozent drei oder mehr.
Durchschnittlich knapp 15 Ehejahre bis zur Scheidung
Wer sich 2025 scheiden ließ, war im Schnitt 14 Jahre und 7 Monate verheiratet. 81 Prozent der Ehen wurden nach der üblichen einjährigen Trennungszeit geschieden, 18 Prozent erst nach drei Jahren. Bei 16 Prozent der Paare kam die Scheidung erst im Jahr der Silberhochzeit oder später - in den 1990er Jahren lag dieser Anteil noch bei 10 bis 11 Prozent.
Die große Mehrheit (90,1 Prozent) trennte sich einvernehmlich: Der Scheidungsantrag wurde mit Zustimmung des Partners gestellt. Bei 5,8 Prozent reichten beide Seiten den Antrag gemeinsam ein.
Mehr Scheidungen bei gleichgeschlechtlichen Paaren
Rund 1.700 gleichgeschlechtliche Paare ließen sich 2025 scheiden - 10 Prozent mehr als im Vorjahr. Damit machten sie 1,3 Prozent aller Scheidungen aus. Die Ehe für alle war im Oktober 2017 eingeführt worden, sodass die ersten Ehen mittlerweile acht Jahre bestehen.
Eine Trennung ist selten leicht - erst recht, wenn Kinder mit im Spiel sind. In unserem Portal findet ihr Artikel, die euch in dieser schwierigen Phase weiterhelfen können.
Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis), Pressemitteilung Nr. 220 vom 26. Juni 2026.
Jetzt teilen
Kathrin Knittel
Kathrin schreibt über Partnerschaft, Familie und die Zahlen dahinter. Bei Beziehungskram.de ordnet sie Studien und Statistiken ein - alltagsnah und ohne Fachchinesisch.