Soziales Miteinander in Deutschland wird schlechter
Redaktionsteam 2 Min. Lesezeit
Respektlosigkeit, Beleidigungen, Aggressivität: Mehr als zwei Drittel der Menschen in Deutschland bewerten den gesellschaftlichen Zusammenhalt als schlecht. Das zeigt eine aktuelle Forsa-Umfrage im Auftrag der DAK-Gesundheit. Wir fassen die Ergebnisse zusammen - denn ein freundlicher Umgang miteinander beginnt im Kleinen, in Familie, Freundeskreis und Partnerschaft.
Für die Erhebung hat das Forsa-Institut bundesweit rund 1.000 Menschen ab 18 Jahren befragt. Das Ergebnis: 77 Prozent finden, dass der Zusammenhalt in den vergangenen drei Jahren deutlich schlechter geworden ist. Insgesamt bewerten 67 Prozent das soziale Miteinander als schlecht oder sehr schlecht - sechs Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Nur noch 31 Prozent halten es für gut oder sehr gut.
Vor allem nehmen die Befragten eine Zunahme von Beleidigungen und Respektlosigkeit wahr (86 Prozent) sowie von Aggressivität (81 Prozent). 79 Prozent empfinden mehr Egoismus, 76 Prozent mehr Intoleranz und Ausgrenzung. Besonders deutlich erleben die Menschen die Verschlechterung im öffentlichen Raum - etwa beim Einkaufen oder im Straßenverkehr (87 Prozent) - und online in sozialen Netzwerken und Kommentarspalten (83 Prozent).
„Das soziale Miteinander in Deutschland gerät zunehmend in eine Schieflage“, sagt DAK-Vorstandschef Andreas Storm. „Wenn die Mehrheit der Menschen im Alltag mehr Beleidigungen oder Aggressionen erlebt, dann braucht es darauf eine Antwort der Gesellschaft.“
Die Hälfte engagiert sich bereits
Es gibt auch ermutigende Zahlen: 78 Prozent der Befragten sind überzeugt, dass ein besseres Miteinander sich positiv auf die Gesundheit auswirkt. 58 Prozent gaben an, sich bereits für mehr Zusammenhalt einzusetzen, weitere 23 Prozent wären grundsätzlich dazu bereit. Die Bereitschaft, etwas zu verändern, ist also groß.
Wettbewerb „Gesichter für ein gesundes Miteinander 2026“
Als Reaktion setzt die DAK-Gesundheit ihren Wettbewerb „Gesichter für ein gesundes Miteinander“ bereits zum sechsten Mal fort - unter der Schirmherrschaft von Bundesfamilienministerin Karin Prien. Gesucht werden beispielhafte Projekte aus Gesundheitsförderung, Prävention und ehrenamtlicher Pflege. Eine Teilnahme ist bis zum 15. September 2026 möglich, es winken Preisgelder von insgesamt knapp 40.000 Euro.
Tipp
Ein respektvolles Miteinander beginnt zu Hause. Wer im Alltag häufiger nörgelt oder meckert, vergiftet auch die eigene Beziehung. Wie ihr da rauskommt, lest ihr in Nörgeln und Meckern in der Beziehung.
Quelle: DAK-Gesundheit, Pressemitteilung vom 4. Mai 2026. Repräsentative Forsa-Umfrage „Gesundes Miteinander 2026“, 9. bis 12. März 2026, 1.029 befragte Personen ab 18 Jahren.
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