Ständig verfolgt und laufend auf verschiedenste Weise belästigt zu werden, löst bei vielen Betroffenen starke Ängste aus. „Stalking“ kann sogar psychische Schäden hervorrufen. Der Stalker belästigt sein Opfer, indem er es unerwünscht und meist sehr häufig per Telefon, SMS, E-Mail oder Brief kontaktiert. Doch welche Gründe haben Stalker, ihren Opfern nachzustellen — und wie kann man sich wehren?
Stalker versuchen oft, sich über Dritte — Freunde, Familie, Kollegen — Informationen zu beschaffen, um „zufällige“ Treffen zu inszenieren und sich häufiger in der Nähe ihres Opfers aufhalten zu können. So werden Bekannte des Verfolgten über den Tagesablauf oder die Freizeitaktivitäten ausgehorcht und persönliche Profile im Internet aufgesucht. Darüber hinaus kommt es häufig vor, dass der Stalker über das Internet Gerüchte und Lügen verbreitet, das Opfer beleidigt oder auf dessen Namen Waren bestellt, um es in Schwierigkeiten zu bringen. Auch in Foren oder sozialen Netzwerken wird das Opfer oft anonym beschimpft und bloßgestellt.
Mögliche Gründe der Stalker
Gründe für ein solches Verhalten sind oft, dass sich die Täter vom Opfer in einer früheren Beziehung oder Freundschaft zurückgewiesen oder vernachlässigt fühlten und nun Rachsucht verspüren. Häufig sind es Ex-Partner, die mit der Trennung nicht klarkommen und sich trotz Zurückweisung einbilden, noch geliebt zu werden oder noch Chancen auf eine weitere Beziehung zu haben. Oftmals leidet der Stalker unter starken psychischen Störungen, die meist unbehandelt sind — dass sie krank sind, ist den Tätern selten bewusst.
Folgen für das Opfer
Die Opfer fallen meist in eine schlechte psychische Verfassung, leiden unter Angststörungen, Schlaflosigkeit und Unruhe. Als Folge sind sie manchmal tagelang nicht arbeitsfähig, weil sie stark belastet sind oder sich aus Angst nicht mehr aus dem Haus trauen. Da ständig mit neuen „Aktionen“ des Täters gerechnet werden kann, lastet ein enormer Druck auf den Verfolgten. Durch das Verbreiten von Gerüchten kann es dazu kommen, dass Freunde und Bekannte das Opfer meiden — viele Betroffene fallen dadurch in eine Depression, die psychotherapeutisch behandelt werden muss.
Mögliche Strafen für Stalking
Opfer haben die Möglichkeit, sich Organisationen wie dem „Weißen Ring“ anzuschließen oder gerichtlich gegen die Stalker vorzugehen. Geht das Opfer rechtlich vor, kann der Täter je nach Schweregrad mit Geldstrafen, einstweiligen Verfügungen bis hin zur dreijährigen Freiheitsstrafe rechnen (siehe § 238 StGB – Nachstellung).
Wichtig
Nimm Stalking ernst und hol dir früh Hilfe. Dokumentiere alle Vorfälle (Nachrichten, Anrufe, Begegnungen), wende dich an die Polizei und an Beratungsstellen wie den Weißen Ring. Bei akuter Bedrohung wähle den Notruf 110.
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Redaktionsteam
Im Redaktionsteam von Beziehungskram.de stecken ganz unterschiedliche Menschen — manche verheiratet, manche in einer Partnerschaft, manche Single. Jeder bringt seine eigene Erfahrung in die Artikel ein.