Der Seitensprung - belebend oder tödlich für die Partnerschaft?

Nahezu jede Beziehung macht mindestens einmal eine gehörige Talfahrt mit. Eine Zeit, in der sich ein oder beide Partner ihrer Zusammengehörigkeit nicht mehr ganz sicher sind, birgt stets die Gefahr eines Seitensprungs. Dieser muss gar nicht körperlicher Natur sein - auch eine ungeahnte geistige Vertrautheit oder ein großes Maß an Verständnis mit einem anderen wird oft schon als Betrug empfunden. Findet sich hier der reanimierende Kick zur Rettung der Partnerschaft - oder kommt es einem Todesstoß gleich?

Paar beim Seitensprung
Ein Seitensprung ist eine schwierige Gratwanderung für jede Beziehung - Foto: © Vasyl - stock.adobe.com

Wie kommt es zum Seitensprung?

Unabhängig davon, wie verwerflich oder verzeihlich jeder Einzelne den Seitensprung findet - wo liegen die Ursachen? Was treibt Männer wie Frauen zur mehr oder weniger vorsätzlichen Grenzüberschreitung? Reicht eheliche Langeweile schon aus? Macht Gelegenheit wirklich Liebe? Ist es bewusste Kränkung, gar Rache? Erliegen wir einfach gewissen Schlüsselreizen, brauchen den Ausbruch aus der Routine oder suchen Trost an fremden Schultern? Die Gründe sind so mannigfaltig wie die „Täter“ - Fakt ist: Es passiert immer wieder. In den seltensten Fällen geht „er“ oder „sie“ gezielt los und beschließt: Jetzt betrüge ich meinen Partner. Es ergibt sich einfach - und dann kommt mit wehenden Fahnen das schlechte Gewissen angaloppiert. Lies dazu auch: Beziehung beenden oder nicht?

Sollte man einen Seitensprung beichten?

Was geschehen ist, ist geschehen - und wie geht es weiter? Die Entscheidung, seinen Fehltritt dem Partner zu offenbaren, ist nicht leicht zu treffen. Maßgeblich dafür ist auch die „Schwere des Vergehens“. Ein romantisches Dinner mit einer alten Schulliebe ist vielleicht leichter zu verkraften als die Aussage: „Er/Sie hört mir im Gegensatz zu dir immer zu und versteht mich einfach!“ Manch ein Betrogener verkraftet eine einmalige, rein körperliche Sache eher als die Erkenntnis, dass ein Fremder überhaupt erst Zugang finden konnte. Wer sein Gewissen unbedingt erleichtern muss, trägt natürlich Konsequenzen - so wie der Partner.

Entscheidend ist vor allem: Was hat sich geändert? Ist der letzte Liebesrest verschwunden? Dann wird es ohnehin Zeit für ernste Gespräche. Blieben die Gefühle für den Partner unberührt, war es ein einmaliger Ausrutscher? Eventuell bedarf er gar keiner Erwähnung. Oder hat man erst jetzt erkannt, wie großartig der Mensch zu Hause eigentlich ist? Dann sollte man das zunächst genießen und kundtun - eine Beichte kann warten. Bei aller Ehrlichkeit muss bedacht werden, wie groß der Schmerz ist, den man mit einem Geständnis auslöst, und ob das in einem gerechtfertigten Verhältnis zum „Vergehen“ steht.

Fazit

Die Moral von der Geschichte: Bestenfalls passiert es gar nicht. Und falls doch, sollten weitere überstürzte Handlungen unbedingt vermieden und Entscheidungen erst getroffen werden, wenn Kopf, Herz und Seele etwas abgekühlt sind. Möglicherweise ist ja noch etwas zu retten.

Redaktionsteam

Im Redaktionsteam von Beziehungskram.de stecken ganz unterschiedliche Menschen - manche verheiratet, manche in einer Partnerschaft, manche Single. Jeder bringt seine eigene Erfahrung in die Artikel ein.

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