Die standesamtliche Trauung

Ihr möchtet euren weiteren Lebensweg gemeinsam bestreiten und habt euch entschlossen zu heiraten? Herzlichen Glückwunsch! Doch bevor es so weit ist, gilt es, sich über die standesamtliche Trauung und alle damit verbundenen Dinge zu informieren.

Paar bei der standesamtlichen Trauung
Erst die standesamtliche Trauung macht die Ehe rechtskräftig - Foto: © cohelia - stock.adobe.com

Anmeldung zur Eheschließung

Was früher das Bestellen des Aufgebots war, nennt man heute die Anmeldung zur Eheschließung. Sie kann frühestens sechs Monate vor dem gewünschten Hochzeitstermin auf dem zuständigen Standesamt erfolgen. Immer mehr Paare entscheiden sich, in einer anderen Stadt oder an einem außergewöhnlichen Ort - etwa auf einem Leuchtturm, in einem Museum oder auf einem Schloss - zu heiraten. Die Anmeldung erfolgt trotzdem im Standesamt der Stadt, in der mindestens ein Partner seinen Wohnsitz hat; dieses leitet die Unterlagen dann an das gewünschte Standesamt weiter. Dadurch können weitere Kosten entstehen.

Welche Unterlagen werden benötigt?

Keine Hochzeit ohne Bürokratie. Für die Anmeldung zur Eheschließung werden folgende Dokumente benötigt:

  • gültige Personalausweise oder Reisepässe
  • eine beglaubigte Abschrift aus dem Geburtsregister (entfällt, wenn das Trauungs-Standesamt zugleich das Standesamt der Geburt ist)
  • aktuelle Aufenthaltsbescheinigung (nur, wenn einer von beiden nicht am Ort des Standesamtes gemeldet ist)
  • Geburtsurkunde der Kinder und Vaterschaftsanerkennung (wenn das Paar bereits Kinder hat)
  • bei Geschiedenen: beglaubigte Abschrift aus dem Eheregister der Vorehe mit Auflösungsvermerk
  • bei Verwitweten: Sterbeurkunde des früheren Partners
  • bei minderjährigem Partner: Einwilligungserklärung der Sorgeberechtigten

Braucht man Trauzeugen?

Früher waren Trauzeugen gang und gäbe, seit 1998 sind sie bei einer standesamtlichen Trauung jedoch nicht mehr vorgeschrieben. Viele Paare entscheiden sich trotzdem für Trauzeugen und sehen darin eine schöne, symbolische Geste. In Absprache mit dem Standesbeamten können diese die Ringe reichen oder der Braut den Strauß abnehmen, während die Trauung vollzogen wird. Übrigens: Bei der Anmeldung erklärt der Standesbeamte den Ablauf - das ist der richtige Moment, individuelle Wünsche wie bestimmte Musik oder persönliche Worte zu äußern.

Ablauf der standesamtlichen Trauung

Braut und Bräutigam sind verständlicherweise aufgeregt - man heiratet schließlich nicht alle Tage. Es hilft zu wissen, was einen erwartet. Die Trauung dauert in der Regel 20 bis 30 Minuten und läuft so ab:

  • Begrüßung durch den Standesbeamten
  • Betreten des Trauzimmers, Trauzeugen und Gäste nehmen Platz
  • Prüfung der Personalien (gültige Personalausweise vorlegen!)
  • Ansprache des Standesbeamten
  • die Ehekonsenserklärung: Beide werden nacheinander gefragt, ob sie die Ehe eingehen möchten - bei „Ja“ erklärt der Beamte sie zu Eheleuten
  • Anstecken der Eheringe und Brautkuss
  • Vorlesen und Unterschreiben des Ehebucheintrags durch Brautpaar, Trauzeugen und Standesbeamten
  • Gratulation und Verlassen des Trauzimmers

Die Gratulation der Gäste findet meist außerhalb des Trauzimmers statt - gerade in größeren Städten folgt oft eine Eheschließung auf die nächste.

Was kostet die Trauung auf dem Standesamt?

Für eine Trauung könnt ihr mit etwa 50 bis 100 Euro rechnen. Teurer wird es, wenn ein Partner aus dem Ausland kommt, da dann Aufenthaltserlaubnis und Ehefähigkeit geprüft werden müssen. Manche Gemeinden berechnen für eine Samstagstrauung Zuschläge zwischen 50 und 200 Euro, und auch eine Trauung außerhalb des vorgesehenen Standesamtes kostet extra. Hinzu kommt das Stammbuch, das meist zwischen 20 und 40 Euro liegt. Weitere Einzelheiten und örtliche Besonderheiten erfragt ihr am besten direkt beim zuständigen Standesamt.

Katrin L.

Katrin ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und durch und durch kreativ. Sie schreibt über Dekoration und Hochzeitsessen - und aus eigener Erfahrung über das Leben als Paar.

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