Gleichgeschlechtliche Paare zufriedener als Heteros
M. R. 2 Min. Lesezeit
Eine gemeinsame Studie der University of Washington mit der San Diego State University und der University of Vermont ergab, dass Schwule und Lesben harmonischere Partnerschaften führen als verheiratete heterosexuelle Paare.
Dreijährige Studie an gleich- und heterosexuellen Paaren
Dr. Esther Rothblum und ihre Forscherkollegen haben in einer dreijährigen Studie Paare verglichen: gleichgeschlechtliche, vom Staat (Bundesstaat Vermont) legalisierte Lebensgemeinschaften, gleichgeschlechtliche Paare ohne legalisierte Lebensgemeinschaft sowie heterosexuelle, miteinander verheiratete Paare. Vermont war Mitte 2000 der erste US-Bundesstaat, der gleichgeschlechtlichen Paaren ermöglichte, sich zu legalisieren - sie also mit denselben Rechten auszustatten wie heterosexuelle Ehepaare. Die Studie erlaubte den Forschern, die unterschiedlich gelagerten Partnerschaften über längere Zeit zu beobachten und zu vergleichen.
Höhere Beziehungsqualität
Die im wissenschaftlichen Magazin „Developmental Psychology“ erschienene Studie zeigte unter anderem, dass gleichgeschlechtliche Paare eine höhere Beziehungsqualität, mehr Intimität und einen niedrigeren Konfliktlevel aufwiesen als heterosexuelle Ehepaare. Sie seien auch reifer, rücksichtsvoller und freundlicher zueinander, streiten mit mehr Humor und liebevoller, nehmen nicht alles sofort persönlich und kontrollieren sich weniger gegenseitig. In Bezug auf Arbeitswelt, Familie und ihr soziales Umfeld waren schwule und lesbische Pärchen nicht von heterosexuellen Ehepaaren zu unterscheiden. Die Wahrscheinlichkeit, dass nicht legalisierte homosexuelle Paare sich eher trennten, war zwar etwas größer - doch das mag laut Dr. Rothblum weniger am legalen Status als an den individuellen Unterschieden der Paare liegen. In Sachen Zufriedenheit gab es zwischen legalisierten und nicht legalisierten gleichgeschlechtlichen Paaren keine bedeutenden Unterschiede.
Weniger Barrieren
Die Gründe, warum gleichgeschlechtliche Paare allgemein zufriedener sind, können vielfältig sein, meint Dr. Rothblum. Wenn aber zwei Männer oder zwei Frauen ein Paar bilden, haben sie weniger Barrieren zu überwinden, die sich aus der geschlechtsspezifischen Erziehung ergeben. Beide sind sozusagen vom „Mars“ oder von der „Venus“ und haben in grundsätzlichen Dingen weniger Erklärungsbedarf. Sie müssen nicht die großen Hürden bewältigen, vor denen Mann und Frau in Fragen der Kindererziehung, emotionaler Unterstützung und beim Umgang mit Konflikten stehen.
Fazit
Die Studie zeigt: Was eine Beziehung glücklich macht, sind Rücksicht, Humor und ein niedriger Konfliktlevel - unabhängig vom Geschlecht der Partner. Davon kann jedes Paar etwas lernen.
Quellen: „Three-Year Follow-Up of Same-Sex Couples Who Had Civil Unions in Vermont“ (Developmental Psychology, 2008); San Diego State University, News Release.
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M. R.
M. R. ist freie Autorin und schreibt über alles, was zu einer Partnerschaft gehört.