Nach vielen Jahren der Ehe ist die wilde Verliebtheit längst verflogen, zarte Gefühle füreinander sind schon lange passé? Es gibt jedoch viele Paare, die sich auch nach langer Partnerschaft noch viel zu sagen haben, sich gut verstehen und nach wie vor starke Gefühle füreinander hegen. Ist das nur Selbsttäuschung? Nicht die Bohne! Forscher der Stony Brook University in New York fanden heraus, dass es die ewige Liebe wirklich gibt.
Die intensive Zuneigung zueinander nimmt nach einer langen Zeit des Zusammenseins zwangsläufig ab — da waren sich auch die Wissenschaftler sicher. Doch bei all ihren Untersuchungen stießen die Forscher immer wieder auf Paare, die beteuerten, auch nach langer Beziehung noch immer sehr starke Gefühle füreinander zu hegen, ja regelrecht verliebt zu sein. Man stufte diese Personen aber als Menschen ein, die einer Selbsttäuschung unterlagen oder einfach nur versuchten, einen guten Eindruck zu machen, so Psychologe Arthur Aron, Ko-Autor der Studie. Diese Studie beweise jedoch das Gegenteil.
Die Studie zum Thema
25 Studien mit über 6000 Personen in Kurz- und Langzeitbeziehungen wurden analysiert, um herauszufinden, ob romantische Liebe mit mehr Zufriedenheit in Verbindung gebracht werden kann. Die Forscher unterteilten die Beziehungen in romantische, leidenschaftliche und freundschaftliche Liebe — jeweils für Kurz- und Langzeitpartnerschaften. Zudem wurden hunderte Anrufe bei Langzeitpaaren getätigt, um deren Gefühle füreinander herauszufinden. Außerdem untersuchten sie die Gehirnaktivität von 17 Personen, die behaupteten, nach durchschnittlich 20 Ehejahren nach wie vor in den Partner verliebt zu sein.
Ergebnis: Verliebtsein bis ins hohe Alter ist möglich
Die Anrufe bei den Langzeitpaaren ergaben ein überraschendes Ergebnis: Unglaubliche 35 % der Ehepaare gaben an, noch immer starke Gefühle füreinander zu hegen. Ein Ergebnis, das durch das Gehirnscreening untermauert wurde: Die Gehirnaktivitäten der noch immer verliebten Langzeitpaare zeigten beim Anblick ihres oder ihrer Liebsten tatsächlich dieselben Reaktionen wie die der frisch Verliebten. Was diese glücklichen Partnerschaften gemeinsam hatten — so Dr. Aron — war, dass sie keinen großen Katastrophen ausgesetzt gewesen waren. Auch hatte keiner der Partner starke psychische Probleme. Beide wussten zudem, wie man miteinander kommuniziert und gemeinsam neue Herausforderungen meistert. War einer der Partner erfolgreich, wertschätzte dies der andere. Das Gefühl, dass der andere für einen da ist, sorgt laut Autorin Dr. Acevedo für eine gut funktionierende Partnerschaft und forciert das Gefühl romantischer Liebe.
Die Studie belegte außerdem, dass romantische Liebe bei Kurz- und Langzeitbeziehungen eine höhere Zufriedenheit auslöst als freundschaftliche Liebesbeziehungen. Leidenschaftliche Liebe hingegen erzeugte zwar auch Zufriedenheit, jedoch nur für kurze Zeit. Die zufriedenen Paare berichteten zudem, allgemein glücklicher und selbstbewusster zu sein und weniger Angst zu verspüren.
Fazit
Romantische Liebe ist nicht mit leidenschaftlicher Liebe gleichzusetzen: Leidenschaft beinhaltet eine gewisse Zwanghaftigkeit und Unsicherheit, romantische Liebe kommt ohne diese Eigenschaften aus — und hat daher, wenn man alles richtig macht, eine lange Haltbarkeit. Ewige Liebe ist also keine Utopie, sondern ein erreichbares Ziel, das sich mit ausreichend Hingabe verwirklichen lässt.
Quellen: „Does a Long-Term Relationship Kill Romantic Love?“, Review of General Psychology, Vol. 13, No. 1; „Stony Brook study supports claims of undying love“.
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M. R.
M. R. ist freie Autorin und schreibt über alles, was zu einer Partnerschaft gehört.