Läuft es in einer Beziehung oder Ehe dauerhaft schlecht und sind Streitigkeiten oder stille Feindseligkeiten an der Tagesordnung, so schlägt sich das aufs Gemüt. Während Männer dies gesundheitlich recht gut wegstecken, fressen Frauen den Ärger im wahrsten Sinne in sich hinein. Eine Studie an der University of Utah fand heraus, dass unglückliche Ehen vor allem bei Frauen zu ungesunden Blutwerten und Übergewicht führen.
Die Psychologen um Tim Smith und Nancy Henry ließen 276 Ehepaare im Alter von 40 bis 70 Jahren und mit durchschnittlich 20 Ehejahren, die Teil einer großen Gesundheits- und Altersstudie waren, Fragebögen zu ihrer Ehe und ihrem psychischen Zustand ausfüllen. Zudem wurde ihnen Blut abgenommen, der Blutdruck und der Taillenumfang gemessen. Sie wurden überdies 5 Stunden lang in einem Labor beobachtet, während sie miteinander sprachen oder stritten und versuchten, Aufgaben gemeinsam zu lösen.
Ergebnis: Frauen werden in schlechten Ehen krank
Das Ergebnis war äußerst interessant: Sehr viele Frauen und Männer hatten in ihren Fragebögen von ehelichen Problemen berichtet. Bei beiden Geschlechtern führten diese Schwierigkeiten mitunter zu Depressionen. Doch nur bei den Frauen konnten in der Folge auch vermehrt gesundheitliche Probleme festgestellt werden. Diejenigen Frauen, die in ihren Ehen dauerhaft Konflikten, Feindseligkeiten und Unstimmigkeiten ausgesetzt waren, hatten neben Depressionen auch an Bluthochdruck, höherem Blutzucker und erhöhten Blutfettwerten zu leiden sowie an einem Mangel an gutem HDL-Cholesterin. Auffällig war auch ihre Neigung zu Übergewicht. Sie waren somit einem erhöhten Risiko für Herzkrankheiten, Diabetes und Schlaganfall ausgesetzt. Stresshormone erleichtern den Forschern zufolge die Ablagerung von Fett im Bauchbereich, was zu mehr Gewicht und höheren Cholesterinwerten führt. Zwar hatten die Männer ebenso von Beziehungsproblemen berichtet, doch standen diese in keinem Bezug zu ihrer Gesundheit.
Mögliche Gründe für das Ergebnis
Warum gerade Frauen auf den psychischen Stress einer schlechten Ehe eher mit Gesundheitsproblemen reagieren, mag daran liegen, dass sie eher beziehungsorientiert und vielleicht auch harmoniebedürftiger sind als Männer und emotionaler an die Dinge herangehen. Ständige Konflikte schlagen sich daher eher auf ihre Gesundheit und auf die Hüften. Auf alle Fälle sollte dem Übergewichtsproblem mit einer Ernährungsumstellung und vermehrter Bewegung an den Kragen gegangen werden, so Ko-Autor Tim Smith sinngemäß — doch es wäre verfrüht zu behaupten, man solle die Qualität der Ehe verbessern oder dem Ehemann den Laufpass geben, um das Risiko für Herzkrankheiten zu mindern.
Fazit
Psychische Belastung in einer Beziehung führt bei Frauen zu Depressionen, Herzkrankheiten und Übergewicht. Die Forscher behaupten nicht, dass eine bessere Ehe automatisch zu schlankeren Hüften führt — doch es kann nicht schaden, die eigene Lebenssituation erträglicher zu machen, Lösungen für die Ehe zu finden und wieder mehr Spaß miteinander zu haben.
Quellen: „Hostile marriage makes you sick“, Deseret News (Salt Lake City); „Bad marriages take health toll on women“, MedicineNet.
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M. R.
M. R. ist freie Autorin und schreibt über alles, was zu einer Partnerschaft gehört.