Unsere Hormone spielen verrückt, wir scheinen permanent ein paar Zentimeter über dem Boden zu schweben und sehen die Welt in ihren schönsten Farben - so fühlt es sich an, wenn man verliebt ist. Leider vernebelt die berühmte rosa Brille oft einige wichtige Tatsachen. Um ein späteres böses Erwachen zu vermeiden, sollte man trotz der Gefühle auf dem Boden der Tatsachen bleiben.
Verliebtsein kündigt sich selten leise an. Meist verrät es sich durch eine Mischung aus Gefühlen und kleinen Verhaltensänderungen, die dir vorher nie aufgefallen wären. Ein paar Anzeichen tauchen fast immer auf:
Du denkst ständig an die Person - beim Aufwachen, in der Bahn, mitten in einer Besprechung.
In ihrer Nähe schlägt dein Herz schneller, die Hände werden feucht, und auf einmal fehlen dir die Worte.
Ein Lied, ein Duft oder ein bestimmter Ort erinnert dich sofort an sie.
Du suchst ihren Blick und ihre Nähe und willst so viel Zeit wie möglich mit ihr verbringen.
Ihre kleinen Macken findest du eher charmant als störend.
Vor einem Treffen wirst du nervös und machst dir mehr Gedanken um dein Aussehen als sonst.
Schlaf und Appetit geraten durcheinander - typisch für die ersten Wochen.
Du musst nicht jeden Punkt abhaken, um verliebt zu sein. Bei dem einen steht das körperliche Kribbeln im Vordergrund, bei der anderen das Gedankenkarussell, das einfach nicht stillstehen will. Je mehr davon zusammenkommen, desto wahrscheinlicher ist mehr als bloße Sympathie im Spiel. Und das in jedem Alter - die rosa Brille macht auch vor grauen Haaren nicht halt.
Was im Körper passiert, wenn du dich verliebst
Hinter diesen Anzeichen steckt Chemie. Sobald du dich verliebst, schüttet dein Körper zahlreiche Hormone in großen Mengen aus. Sie sorgen dafür, dass im Gehirn zusätzliche Botenstoffe frei werden, die ein herrliches Glücksgefühl auslösen. Weil dieselben Hormone auch Kreislauf und Stoffwechsel ankurbeln, sind die kleinen Zipperlein, mit denen du dich sonst herumschlägst, plötzlich viel leichter zu ertragen. Sogar der Alltag fühlt sich anders an: Alltägliche Dinge scheinen leichter und werden deutlich positiver aufgenommen.
Gut gelaunt und zuversichtlich glaubst du, selbst die schwierigsten Momente einer frischen Partnerschaft mühelos zu meistern. Über zahlreiche kleine Ecken und Kanten siehst du großzügig hinweg, denn am liebsten wärst du rund um die Uhr mit dem neuen Menschen zusammen und suchst seine Nähe. Auch dahinter steckt ein Hormon: das Oxytocin, oft schlicht Kuschelhormon genannt. Es macht dich vertrauensseliger als sonst und hilft dem Organismus, sich zu entspannen - ein Grund, warum dir auf einmal vieles einfacher vorkommt.
Tipp
Genieße die verliebte Phase in vollen Zügen, aber triff keine großen Entscheidungen allein aus dem Bauch heraus. Wer den gemeinsamen Umzug, die neue Wohnung oder den Kredit erst ein paar Monate warten lässt, entscheidet später mit klarerem Kopf.
Verliebtheit ist nicht dasselbe wie Liebe
Diese erste, intensive Phase nennt man Verliebtheit - und sie hält nicht ewig. Je nach Mensch dauert der Rausch aus Hormonen und rosa Brille einige Monate, selten länger als zwei Jahre. Danach lässt die körperliche Aufregung nach. Das ist kein schlechtes Zeichen. Erst wenn die Verklärung nachlässt, zeigt sich, ob aus dem Kribbeln etwas Tragfähiges wird.
Aus Verliebtheit kann Liebe werden, muss sie aber nicht. Während Verliebtheit den anderen idealisiert, nimmt Liebe ihn samt Macken und schlechten Tagen an. Sie wächst langsamer, dafür ruhiger und verlässlicher. Was eine Beziehung auf lange Sicht trägt, hat deshalb wenig mit Schmetterlingen zu tun und viel mit dem, was eine glückliche Partnerschaft ausmacht.
Vorsorge für die Zeit nach der rosa Brille
So schön die Gefühle sind - irgendwann klingen sie ab, und andere Dinge rücken in den Vordergrund. So früh es klingen mag: An diesen Punkt darfst du ruhig von Anfang an denken. Gemeinsame Hobbys, kleine Reisen oder Pläne, die du allein nie angepackt hättest, geben einer jungen Beziehung ein Fundament, das auch ohne Hormonrausch trägt.
Wenn die erste Liebe den Alltag aushebelt
Gerade in jungen Jahren bringt die große Liebe den Alltag durcheinander. Viele Jugendliche lassen alles stehen und liegen, sobald sich die Glücksgefühle einstellen - worunter nicht nur Freundschaften leiden, sondern auch Schule oder Ausbildung. Dann fällt es meist den Eltern zu, behutsam gegenzusteuern, wie es im Artikel über die erste Liebe genauer beschrieben ist. Richtig ist am Ende ein Mittelweg, bei dem weder die Liebe noch der Alltag zu kurz kommt.
Jetzt teilen
D. D. E.
D. D. E. ist freier Autor bei Beziehungskram.de und schreibt über große Gefühle, die Liebe und die Schritte auf dem Weg zur Hochzeit.
Romantische Geschenkideen zum Valentinstag mit persönlicher Note: individuell, handgemacht oder als Erlebnis - so machst du deinem Partner eine Freude.