„Liebe ist das charmanteste Unglück, das uns zustoßen kann“, philosophierte einst der deutsche Schauspieler und Schriftsteller Curt Goetz. Zu einem eher uncharmanten Unglück entpuppt sich die Liebe allerdings für viele Pärchen erst, wenn einer der Partner versucht, den anderen nach seinen Vorstellungen zurechtzubiegen.
Kleine Fehler hat jeder Mensch. Der eine ist ein wenig jähzornig im Straßenverkehr oder sehr ungeduldig, wenn etwas Technisches versagt, der andere nimmt es mit der Ordnung im Haushalt nicht so genau. Ein gewisses Maß an Toleranz muss in jeder Beziehung einfach sein. „Wer keine üblen Gewohnheiten hat, hat wahrscheinlich keine Persönlichkeit“, sagte einmal der amerikanische Schriftsteller William Faulkner. Wenn allerdings ein Partner dem anderen ohne Unterlass mitteilt, was ihn stört und was er alles ändern muss, geht langsam, aber sicher dessen Zuneigung verloren. Schleichend wendet sich der Partner vom dauernd nörgelnden Geliebten ab. Umgekehrt verliert sich auch die Liebe des anderen, weil er merkt, dass sein Partner sich trotz aller Äußerungen weigert, sich zu ändern.
Man kann die Fehler und Eigenheiten des anderen nicht wirklich ausmerzen. Sieht man, dass es zu viele gravierende Differenzen gibt und beide nicht gewillt oder imstande sind, sich zu ändern, wird die Beziehung wohl nicht lange Bestand haben. Schließlich hat man den Partner im Idealfall um seiner selbst willen geheiratet - und nicht, um ihn völlig umzumodeln.
Eine standfeste Basis lässt kleine Probleme klein bleiben
Menschen ändern sich durchaus - keine Frage. Aber sie tun es von sich aus, aus eigenem Antrieb. Wird einem dauernd gesagt, was man ändern soll, reagiert man automatisch unwillig. Werden Wünsche und Bitten jedoch auf nette Weise übermittelt, erfüllt man sie meist freiwillig. Gewisse Eigenschaften bringt jeder Partner mit in die Beziehung. Kleine störende Angewohnheiten kann man durchaus mit Geschick und ohne vorwurfsvollen Ton zur Sprache bringen. Versteht sich ein Pärchen auch sonst gut, stellen kleine Schlampereien kein großes Problem dar.
Ein standfestes Fundament einer gut funktionierenden Beziehung erschüttern keine Kleinigkeiten. Gemeinsame Interessen, ausführliche Gespräche und ähnlicher Humor schweißen ein Paar auf wunderschöne Weise zusammen. Diese Harmonie, die auch auf gegenseitigem Respekt und Vertrauen aufbaut, umhüllt die Partnerschaft mit einem krisenfesten Schleier. Besteht ein solcher Schleier nicht, werden auch herumliegende Socken und stehengebliebenes Geschirr zum riesengroßen Problem.
Fazit
Den Partner kann man mit Gewalt und Nachdruck sicher nicht ändern - sanfte Worte bewerkstelligen schon mehr. Wichtig ist aber die starke Basis einer Beziehung, die sich von kleinen Unterschieden in Auffassung und Verhalten nicht zerrütten lässt. Wie schon Dieter Hildebrandt bemerkte: „Ohne Unterschied macht Gleichheit keinen Spaß.“
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Im Redaktionsteam von Beziehungskram.de stecken ganz unterschiedliche Menschen - manche verheiratet, manche in einer Partnerschaft, manche Single. Jeder bringt seine eigene Erfahrung in die Artikel ein.
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