In vielen Beziehungen wird das Thema Geld schnell zum roten Tuch. Alles, was mit Finanzen zu tun hat, kann sich schneller zum Reizthema entwickeln, als den meisten Paaren lieb ist. Plötzlich eskaliert die harmlose Frage „Wer zahlt heute?“ und leitet schlimmste Krisen ein. Warum stolpert manches junge Glück so böse über das schnöde Geld — und was hilft, bevor es zum großen Crash kommt?
Getrennte Konten sind zu Beginn jeder Beziehung die finanzielle Ausgangsbasis, und viele langjährige Ehepaare behalten dieses Modell bei. Allerorten wird gepredigt, dass nahezu jedes Problemchen zwischen zwei Menschen mittels ausführlicher Kommunikation zu klären ist. Warum ist das im Hinblick auf Scheck, Bargeld und Co. nur so schwer und führt so oft zu erbitterten Streitereien? Männer und Frauen haben grundsätzlich verschiedene Sichtweisen auf den Problembereich „Geld“. Männer messen ihren persönlichen Erfolg gern an ihrem Einkommen — es ist ihre Messlatte für das Selbstwertgefühl. Frauen hingegen assoziieren mit einem festen Einkommen vor allem ein gewisses Maß an Sicherheit, Selbstständigkeit und Unabhängigkeit.
Geldsorgen belasten die Beziehung
Was nach Klischee klingt, bestätigt sich im Alltag immer wieder. Noch schlimmer wird die Konfliktsituation, wenn sich die alten Rollenmuster verschieben — eine einkommensstarke Frau also mit einem Geringverdiener das gemeinsame Leben bestreitet. Speziell Männer tun sich dann oft schwer mit ihrer vermeintlich schwachen Position und vergessen dabei, dass Partnerschaft ja nicht ausschließlich die gegenseitige Finanzierung bedeutet. Ein weiteres Problem liegt in unterschiedlichen Lebensstilen: Ein sparsamer Mensch wird sich nicht aus lauter Liebe der Verschwendungssucht des Partners anschließen, und wer einen großzügigen Umgang mit Geld gewohnt ist, kann unter Umständen einfach nicht auf „Sparflamme“ schalten. Erstaunlicherweise zeigt sich der menschliche Geist bei materiellen Themen oft weniger kompromissbereit als bei emotionalen.
Wege aus der Beziehungs-Finanzkrise
Beziehungsprobleme wegen Geld müssen nicht sein. Wer clever ist, überprüft schon in frühen Beziehungsstadien, ob man auch in Geldfragen die gleiche Sprache spricht. Hilfreich sind unbedingt klare Absprachen, die keinen der Partner benachteiligen. Bei ungleichen Einkommen wäre es höchst unfair, alle gemeinsamen Lebenshaltungskosten fifty-fifty zu teilen — einer gemeinsam bestückten Haushaltskasse für Lebensmittel und tägliche Gebrauchsartikel steht das jedoch nicht im Weg. Auch wenn es unromantisch ist: Wer sich vor peinlichen Diskussionen an der Kinokasse oder im Restaurant fürchtet, sollte vorher eine Abstimmung herbeiführen. Bei ganz uneinsichtigen Partnern hilft vielleicht eine offene schriftliche Aufstellung der jeweils zur Verfügung stehenden Mittel und Ausgaben.
Tipp
Führt jedoch kein Weg zu einer von beiden respektierten Praxis, muss man sich früher oder später die Frage stellen, ob immerwährende Zwistigkeiten ums liebe Geld wirklich auf ewig zum Leben dazugehören sollen. Klare, faire Regeln sind die beste Vorbeugung.
Einsam trotz Partner: Warum sich Einsamkeit in eine Beziehung schleicht, welche Rolle Medien und Kommunikation spielen — und was gegen das Gefühl hilft.
Wie Liebesfilme und Liebeskomödien das Liebesleben beeinflussen: Eine Studie zeigt, warum romantische Filme falsche Erwartungen wecken — und was das für Paare bedeutet.